Zum Inhalt springen
Unabhängige und kostenfreie Beratung vereinbaren: » Termin

Trickfilmkunst aus Stuttgart : Wie schwäbische Entwickler Kinofilme animieren

Nicht nur Trickfilme entstehen fast vollständig am Computer, jede Szene in Kinofilmen oder Serien ist digital nachbearbeitet. Rund um Stuttgart sitzen einige der besten Animationsstudios der Welt.

Während in der Wirklichkeit über das Bienensterben diskutiert wird, ist die digitale Biene auf der Leinwand quicklebendig. Zwar konnte Maja, die wohl berühmteste Biene der Welt, mit ihrem zweiten Kinoabenteuer in diesen Monaten nicht an den Kassenerfolg des ersten Teils anschließen, doch hat sich die deutsch-australische Koproduktion in der Konkurrenz zu amerikanischen Blockbustern gut geschlagen. In dem animierten Streifen für Kinder versucht die Maja für ihren Bienenstock die Honigvorräte in den „Honigspielen“ zu retten. Viele der Bilder kommen aus Stuttgart von dem Unternehmen M.A.R.K. 13, das neben anderen Kinderfilmen wie „Wickie“ auch Clips für Daimler oder Audi herstellt.

„Die Bilder des Films sind meist sehr detailreich und aufwendig herzustellen“, sagt Carla Herzog von Studio 100 Media, das den Biene-Maja-Film produziert und M.A.R.K. 13 beauftragt hat. Besonders herausfordernd seien die blühenden Wiesen mit verschiedenen Gräsern, der spezielle Einfall des Sonnenlichts, der Fellbesatz der Bienen und die lichtdurchlässigen Flügel der Insekten gewesen. „Der Rechenaufwand der einzelnen Bilder ist außerordentlich hoch, für das Rendering wurde deshalb eine Kooperation mit dem Stuttgarter Höchstleistungsrechenzentrum HLRS geschlossen“, sagt Herzog.

Rund um Stuttgart sitzen weltberühmte Unternehmen

Heutzutage entstehen nicht mehr nur Trickfilme fast vollständig am Computer, jede Szene in Kinofilmen oder Serien ist digital nachbearbeitet, „Es werden immer mehr Filme am Computer erzeugt. Das wird die Zukunft werden“, sagt Carl Bergengruen, Geschäftsführer der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG). Billiger werden die Filme dadurch nicht, im Gegenteil. Digitale Simulationen und Effekte kosten viel Geld, ihre Erschaffer werden gut bezahlt.

 

Besonders gut darin, auch international auf sich aufmerksam zu machen, ist in Deutschland die Region rund um Stuttgart. Dort sitzen gleich mehrere sogenannte VFX-Studios und Entwickler von Animationen. Unternehmen wie Pixomondo oder Mackevision sind nicht nur unter Fachleuten rund um die Welt bekannt. Pixomondo hat sich auf die Animation von Kreaturen, also etwa Drachen in Fantasy-Filmen, oder auf Simulationen von Katastrophen in Actionfilmen spezialisiert. Genauso können ihre Entwickler Städte optisch in die Dreißigerjahre zurückversetzen oder Landschaften so verändern, dass eine abgefilmte deutsche Küste plötzlich so aussieht, als liege sie in England. Mackevision, die für ihre Effekte für die Serie „Game of Thrones“ bekannt geworden sind, haben gerade die fiktive Stadt Mandala für den neuen Jim-Knopf-Kinofilm entworfen.

In dieser Woche treffen sich all die Entwicklerstudios auf dem 25. Trickfilmfestival in Stuttgart, das die größte Veranstaltung dieser Art in Deutschland ist. Auch ein spezielles VFX- und Animationsfestival gehört dazu. Amerikanische Superstars, die für Studios von George Lucas arbeiten oder Simulationen für die neuen Star-Wars- oder Marvel-Comic-Verfilmungen gemacht haben, haben sich von Dienstag an angesagt. „Das Trickfilmfest passt gut zu Baden-Württemberg, denn hier sind Animation und visuelle Effekte am stärksten vertreten“, sagt Bergengruen. Es sei die Mischung aus Kreativität und German Engineering, die die Region so stark mache. Ein Teil davon ist der sogenannte Animation Media Cluster Region Stuttgart, kurz AMCRS. Darin sind 24 Mitglieder organisiert, vier davon sind Hochschulen, aus denen traditionell der kreative Nachwuchs kommt. Die Filmakademie Baden-Württemberg oder die in Stuttgart ansässige Hochschule für Medien gelten als Kaderschmieden für die Filmbranche.

Jonas Jansen

Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für die „Netzwirtschaft“.

Dr.-Ing. Andreas Wierse

Nutzen Sie Ihren Wettbewerbsvorteil durch den Einsatz von Simulation und Höchstleistungsrechnen sowie Big und Smart Data. Ich freue mich auf den Dialog mit Ihnen.

Dr.-Ing. Andreas Wierse

[Geschäftsführer]