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Roundtable bei der ISC: Wird Quantencomputing HPC ersetzen?

Die internationale Supercomputing Conference (ISC, https://www.isc-hpc.com) hat auch dieses Jahr wieder einen „Industrial Day“, eine Tradition seit vielen Jahren. Es werden diesmal tatsächlich zwei Tage sein, da die gesamte ISC dieses Jahr online stattfindet und die einzelnen Sessions so verteilt sind, dass Teilnehmer aus der ganzen Welt gut teilnehmen können (für uns in Europe bedeutet das, dass der Industrial Day am Nachmittag stattfinden wird). Organisiert wird das Ganze von Maike Gilliot von der CEA in Frankreich und Dr. Andreas Wierse von der SICOS BW.

 

Besonders spannend ist der diesjährige Roundtable, die Sommerausgabe des „industrial HPC User Roundtable“ (iHURT), der jedes Jahr im Dezember am HLRS in Stuttgart stattfindet. Während iHURT nur auf Einladung besucht werden kann, streng auf industrielle Nutzer von HPC beschränkt ist und einen vertraulichen Raum für den offenen Austausch der Mitarbeiter unterschiedlicher Firmen bietet, ist der Roundtable bei der ISC eine Veranstaltung, die allen (virtuellen) Messebesuchern offen steht. Auch hier steht ein offener Austausch im Fokus, allerdings ist die Breite der Teilnehmer deutlich größer.

 

Das diesjährige Thema mag vielleicht für den ein oder anderen überraschend im Kontext des Industrial Day erscheinen, aber wer die Berichterstattung rund um das Quantencomputing in der letzten Zeit verfolgt hat, konnte feststellen, dass industrielle Anwendungen in diesem Kontext schon intensiv diskutiert werden. Die Einweihung des Quantencomputers „System One“ von IBM in Kooperation mit der Fraunhofer Gesellschaft in Ehningen im Quantencomputer-Kompetenzzentrum Mitte Juni zeig deutlich, wohin die Reise geht: Es richtet sich klar an „Großkonzerne, KMUs, Start-ups und Forschungseinrichtungen“ und möchte insbesondere die Unternehmen frühzeitig auf die neuen Möglichkeiten vorbereiten.

 

Betrachtet man zusätzlich noch den Hype um diese neue Technologie und die in großem Umfang weltweit bereitgestellten Mittel (alleine in Deutschland zwei Milliarden Euro!), so erscheint die Frage, ob das Quantencomputing das High-Performance-Computing ersetzen wird, nicht mehr so sehr aus der Luft gegriffen. Insbesondere wird immer wieder betont, dass ein Quantencomputer Fragestellungen um Größenordnungen schneller löst als herkömmliche Supercomputer das können. Der nächste Schritt, der Quantencomputer am Arbeitsplatz, scheint nur noch wenige Jahre entfernt ...

 

Aber in unserem Roundtable wollen wir etwas genauer hinschauen, hinter den ganzen Marketingtrubel. Dementsprechend haben wir Experten aus den verschiedenen Bereichen, die sich mit Quantencomputing befassen, eingeladen:

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Als Anwender wird Stephan Schenk von BASF dabei sein. Als Unternehmen ist Quantentechnologie unabhängig vom Computing sehr interessant für BASF, aber auch am Computing besteht schon länger Interesse, das sich zum Beispiel in einem Investment beim Startup Zapata Computing ausdrückt. Gleichzeitig ist Stephan Schenk verantwortlich für die HPC-Aktivitäten des Konzerns und er weiß genau, was seine Nutzer heute und morgen an Technologie wirklich brauchen

 

-       Auf der Hardware-Anbieter-Seite wird Ingolf Wittmann seine langjährige Erfahrung in unsere Runde einbringen. Aktuell als freier Consultant unterwegs hat er bis vor kurzem als Leiter der Geschäftseinheit Quantensysteme beim Fraunhofer Institut für Festkörperphysik in Freiburg gearbeitet und hat mit dem Fraunhofer-weiten Team gearbeitet, das die Projektpartnerschaft mit IBM und dem Q System One in Ehningen betreut. Vorher war er Technischer Direktor in CTO für HPC in Europa bei IBM und leitete das globale technische Team der IBM Quantum Ambassadors.

 

-       Die Software-Seite vertritt Michael Marthaler, Geschäftsführer der HQS Quantum Simulations aus München. HQS ist besonders stark in den Materialwissenschaften und möchte State-of-the-Art Quantensimulationsmethoden entwickeln und bereitstellen, die dabei helfen, einzigartige Materialien zu entwickeln, die auf anderem Wege nicht entdeckt werden könnten. Dazu werden besondere Methoden auf Basis der Quantenmechanik benötigt, die HQS verfügbar machen wird.

 

-       Unser vierter Panelist schaut berufsmäßig in die Zukunft: Bob Sorenson ist Marktforscher bei Hyperion. In dieser Eigenschaft hat er das Thema Quantencomputing schon länger im Blick, aber seine Einschätzungen basieren natürlich nicht auf Marketing-Blasen, sondern auf ganz konkreten Befragungen und Analysen sowohl bei Forschern und Entwicklern, bei Anbietern aber auch bei potenziellen Nutzern der Quantentechnologie. Als neutraler Beobachter rundet er damit unsere Runde ab.

 

Es verspricht also eine sehr spannende Runde zu werden, die sich sicher nicht vom Marketing-Hype blenden lässt, sondern vielmehr auf Basis von Informationen und Analysen aus erster Hand einen realistischen Blick auf die Möglichkeiten werfen wird. Und soviel sei schon vorab verraten: es sieht nicht danach aus, als müssten wir unsere aktuellen HPC-Systeme in absehbarer Zeit in den Ruhestand schicken. Vielmehr deutet vieles darauf hin, dass sich die Technologien sehr gut ergänzen werden ...

 

Seien Sie dabei, am 1. Juli um 15:15 geht es los bei der ISC 2021.

 

 

 

 

 

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Dr.-Ing. Andreas Wierse

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Dr.-Ing. Andreas Wierse

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