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10 Jahre Sicos

Wären wir ein Kind in Baden-Württemberg, dann hätten wir gerade die Grundschule absolviert und müssten uns die Frage stellen, auf welche weiterführende Schule wir gehen möchten. 

Als Unternehmen, das von seinen beiden Eltern, der Universität Stuttgart und dem Karlsruher Institut für Technologie mit finanzkräftiger Hilfe des Wissenschaftsministeriums Baden-Württemberg (MWK) auf die Welt gebracht wurde, haben wir diese Frage längst beantwortet. Gefühlt haben wir bereits die allgemeine Hochschulreife erworben und ein Netzwerk aufgebaut, das nicht nur innerhalb der Landesgrenzen trägt. 

Aber bleiben wir zunächst am Anfang, im Juni 2011. Der Technologietransfer vom Höchstleistungsrechnen (HPC) und der Datenanalyse in den beiden Rechenzentren HLRS (Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart) und SCC (Steinbuch Center for Computing) hin zum Mittelstand war zu dieser Zeit schon längst Thema im Land. Der Rechner, eine Cray 2, den Ministerpräsident Lothar Späth 1986 für das Land nach Stuttgart gebracht hat (nach einer sagenumwobenen Entscheidung in den USA), war zwar noch nicht wirklich mittelstandsgeeignet, legte aber die Basis für das, was wir heute tun. 

Und im Juni 2011 waren sich die Gründungspartner einig, dass die Zeit reif war, Nägel mit Köpfen zu machen und eine eigene GmbH zu gründen, um den kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) im Land die Themen HPC und Data Analytics näher zu bringen und sie bei deren Nutzung zu unterstützen. Dabei sollte im Vordergrund stehen, besonders den Unternehmen zu helfen, die gut vom Einsatz dieser Technologien profitieren könnten, sich aber mangels Größe, Know-how und finanziellen Spielraums erst gar nicht mit dem Thema beschäftigen konnten. 

Am Anfang stand ein Geschäftsführer (derselbe wie heute ;-) und bald eine Assistentin und wenig später noch eine Person zur technischen Unterstützung. Nach dem grundsätzlichen Aufbau und der Gestaltung der Außendarstellung lag ein großer Schwerpunkt zunächst auf dem Aufbau des Netzwerks, dem Bekanntmachung der neuen Initiative. Es gab erste Messebesuche und Presseartikel und die Verbindungen zu lokalen Verbänden jeder Art wurden geknüpft. 

Ein besonderer Meilenstein war das erste EU-Projekt Fortissimo, in dem es darum ging, KMUs, nun ja, beim Einsatz von HPC zu unterstützen J; und mit dem Smart Data Solution Center BW (SDSC-BW) wurde auch das erste Solution Center von der SICOS BW auf den Weg gebracht, mit Unterstützung von KIT und MWK natürlich. 

À propos Solution Center: diesen kommt als lösungsorientierter Zusammenschluss von Unternehmen, Anbietern und Hochschulen eine besondere Rolle als Bindeglied zu. Neben den bereits existierenden Center in den Bereichen Automotive (asc(s) und Energie (EnSoC) wurde von der SICOS BW neben dem SDSC-BW auch das Media Solution Center BW initiiert, das sehr erfolgreich die Kreativwirtschaft adressiert. Ein weitere Solution Center im Bereich der Medizintechnik befindet sich in Vorbereitung. 

Heute hat die SICOS BW GmbH zehn Mitarbeiter, von denen mehr als die Hälfte eine projektbasierte Finanzierung haben, also mit Hilfe von Fördermitteln arbeiten; dabei ist es von Anfang an darum gegangen, die richtigen Inhalte zu bearbeiten und Drittmittel nicht als Selbstzweck zu betrachten. Dementsprechend sind diese Projekte sowohl im Bereich HPC als auch bei der Data Analytics angesiedelt und die Mittel kommen sowohl von der Landesebene, vom Bund als auch von der EU in Brüssel.  

Auch hat sich unser Spektrum weiterentwickelt. Während am Anfang der Dreiklang aus „Informieren – Beraten – Vermitteln“ stand, um die KMUs möglichst schnell auf den Weg zu bringen, haben wir das inzwischen um die Bereiche „Weiterbilden“ und „Fördern“ ergänzt, um auch eine möglichst nachhaltige Ausrichtung sicherzustellen. Gerade im Mittelstand ist bei Technologiethemen die Weiterbildung oft der geeignetste Weg um die richtige Qualifikation bei den MitarbeiterInnen zu erreichen.  

Und den Durchblick bei den vielfältigen Fördermöglichkeiten zu behalten fällt manchmal sogar denen schwer, die sich hauptberuflich damit beschäftigen. Daher haben wir unsere Förderaktivitäten so ausgerichtet, dass die Unternehmen sich darauf konzentrieren können, ihren fachlichen Innovationsbedarf zu erfassen; wir kümmern uns dann darum, die geeigneten Förderwege zu identifizieren und unterstützen bei der anschließenden Antragsstellung. 

Damit ist die SICOS BW, um zum ursprünglichen Bild zurückzukehren, gut aufgestellt, um sich im Klassenverband des Mittelstandes nützlich zu machen und ihren MitschülerInnen oder gar KommilitonInnen auch mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Dabei spielen die MitarbeiterInnen eine große Rolle: wir sind ein sehr kompetentes und eingespieltes Team, mehr als die Hälfte sind Frauen. Besonders stolz sind wir aber auf die vielen Nationalitäten, die bei der SICOS BW vertreten sind: französisch, koreanisch, niederländisch, österreichisch, persisch, russisch, türkisch, ungarisch und ja, ein paar Deutschstämmige haben wir auch. 

Dementsprechend steht der weiteren positiven Entwicklung nichts entgegen, insbesondere Dank der starken Rückendeckung, die wir sowohl von den Gesellschaftern als auch dem Wissenschaftsministerium bekommen haben und immer noch bekommen. Denn ohne deren langen Atem wäre es der SICOS BW nicht möglich gewesen, diesen anspruchsvollen Weg so erfolgreich zu gehen.  

 

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Dr.-Ing. Andreas Wierse

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Dr.-Ing. Andreas Wierse

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